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Trotz allem: Einander Hände reichen, gemeinsame Freude – Schritte der Versöhnung

Havixbeck_Auschwitz_I

70 Jahre nach Kriegsende: Auf einem Sofa mit der Auschwitz-Überlebenden Zdzislawa Wlodarczyk (Vergrößerung durch Anklicken) Aus Havixbeck: Pia Baumgartner, Nicole Bussmann, Felicitas Bujnoch, Anna Thiel, Johannes Thienenkamp, Christoph Schulte.

Auschwitz-Birkenau. Schüttelfrost. Fassungsloses Schienen-Starren. Ort des uneinsehbaren Abgrunds. Wer das bekannteste Vernichtungslager der Nazi-Schergen besucht, steht fragend vor Baracken, Trümmern der Krematorien, Gruben mit menschlicher Asche. Fragen, auf die es keine Antwort gibt. Nur Hoffnung, dass das „Nie wieder“ wahr wird. Nur Hoffnung, dass es das wirklich gibt: Erlösung. Denn nach Auschwitz kann nichts und niemand retten, außer ein rettender Gott. Am Schreckensort des 20. Jahrhunderts schlechthin haben wir gebetet, dass der geschichtsmächtige Schöpfer die Opfer der Shoa in die Lage versetzt, zu verzeihen. Und dass er selbst verzeiht und Erbarmen und Gerechtigkeit schafft.

Vom 18. bis 22. November haben wir Auschwitz und das nahe Krakau besucht und die Toten geehrt: „Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals ausgetilgt wird.“ (Jes. 56,5) Besonders haben wir auch der in Auschwitz ermordeten Havixbecker Juden gedacht: Berta und Yvonne Gerson.

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Am Eingangstor des Stammlagers Auschwitz (Vergrößerung durch Anklicken)

An der Gedenkstätte steht: „Dieser Ort sei allezeit ein Aufschrei der Verzweiflung und Mahnung an die Menschheit. Hier ermordeten die Nazis etwa anderthalb Millionen Männer, Frauen und Kinder. Die meisten waren Juden aus verschiedenen Ländern Europas.“ Kann man Auschwitz dennoch mit einem kleinen, glücklichen Gefühl verlassen? Siebzig Jahre nach der Befreiung ist es tatsächlich möglich. Der Weg führt einzig über die Opfer: Zdzislawa Wlodarczyk war als Kind ab 1944 in Auschwitz. Sie überlebte. Wir haben mit ihr gesprochen und sie hat uns Deutschen, den Urenkeln der Tätergeneration, die Hand gereicht. Wir haben gemeinsam gelächelt als Zeichen der Freude, dass am Ende nicht Tod und Hass übrig bleiben, sondern Zeichen der Versöhnung, Liebe, Zukunft.

 

Angeboten wurde die Fahrt von der katholischen Kirchengemeinde Havixbeck; Veranstalter waren der Münsteraner Geschichtsort Villa ten Hompel (http://www.muenster.de/stadt/villa-ten-hompel/) und das Maximilian-Kolbe-Werk (http://www.maximilian-kolbe-werk.de).

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Fotos: Villa ten Hompel/Stefan Querl.

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